Aufruf

Am 5.3.2016 jährt sich die Bombardierung von Chemnitz zum 71. Mal. Seit Jahren nutzen neonazistische Gruppen, wie die mittlerweile verbotene „Interessengemeinschaft Stadtgeschichte“ mit Unterstützung der NPD und Pro Chemnitz, diesen Tag, um ihre Geschichtsdarstellung zu verbreiten. Sie verkehren dabei Opfer– und Täterrollen und missbrauchen den Gedenktag für ihre Zwecke. 
 
Der Nationalsozialismus war eine allumfassende Ideologie, die sich alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu eigen machte. Besonders Kunst und Kultur dienten als Träger der Propaganda und unterlagen der Arisierung. Auch ChemnitzerInnen waren an den Verbrechen im Dritten Reich beteiligt und dürfen deshalb nicht als bloße Opfer dargestellt werden. Die Rolle der Stadt und einzelner Institutionen, wie die der IKH oder der Kunstausstellungen, darf dabei nicht verkannt werden. Aus diesem Grund soll auch 2016 ein Rundgang die Spuren der Mitverantwortlichen aufzeigen. Im Anschluss an den Täterspurenrundgang gibt es am Karl-Marx-Kopf ordentlich was auf die Ohren und ein kulturelles Programm mit verschiedenen Bands und Redebeiträgen.
 
Auch wenn letztes Jahr, nach erfolgreichen Blockaden von 2013 und 2014, scheinbar weniger Nazis diesen Tag nutzten, wird es auch weiter unsere Aufgabe sein, ihnen keinen Platz zu bieten. 
Wie in der Vergangenheit werden wir versuchen, euch bestmöglich zu unterhalten und uns dabei die Chancen offenhalten, rechte Kundgebungen zu verhindern. 
Seid viele, laut und entschlossen!
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