& Naziaufmarsch stoppen">Pressemitteilung: Den Tätern auf der Spur — Täterspurenrundgang 2015 & Naziaufmarsch stoppen

Bereits am 5.3.2014 fand erfolgreich und unter großer Teilnahme der Chemnitzer Bevölkerung der erste „Täterspurenrundgang“ statt. Daher lädt das Bündnis „Chemnitz Nazifrei“ alle interessierten Menschen zu einem weiteren Täterspurenrundgang am 5.3.2015 ab 15:00 Uhr ein (Start: Bahnhofstr vor Sparkasse Moritzhof, Beginn Aufzug 16°° Uhr).
Wie im vergangenen Jahr ist das Ziel der Veranstalter*innen die Täter und Tatorte nationalsozialistischer Verbrechen und die Rolle der Chemnitzer Bevölkerung während des Nationalsozialismus zu benennen. Thomas Michaelis erläutert die Beweggründe der Organisator*innen; „Wir wollen dem bisherigen Gedenken und der Umdeutung der Geschichte des 5. März durch Neonazis etwas entgegensetzen. Die Stadt Chemnitz und deren Einwohner*innen waren bei der Bombardierung am 5. März 1945 kein unbeschriebenes Blatt sondern sie unterstützten mehrheitlich die rassistischen und ideologischen Zwangs– und Verfolgungsstrukturen des Nazi-Regimes.“

Schwerpunkt – Geschichte der Zwangsarbeit in Chemnitz
Der Täterspurenrundgang wird sich im Besonderen mit der Zwangsarbeit und dem Einsatz von KZ-Häftlingen in Chemnitz beschäftigen und die Verbrechen verorten.
Fast 30.000 Zwangsarbeiter kamen, viele davon in der Rüstungsindustrie, in Chemnitz zum Einsatz. Sie gehörten 23 Nationen an, wovon der überwiegende Teil aus der ehemaligen Sowjetunion stammte.
„Am Beispiel der Auto-Union AG und der Astrawerke AG möchten wir den menschenverachtenden Einsatz von Zwangsarbeitern und Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg darstellen und an ihr Schicksal erinnern.“, so Thomas Michaelis.
Außerdem wird die Enteignung jüdischer Unternehmen sowie die Verantwortung der Deutschen Reichsbahn bei der Deportation von Juden und Jüdinnen in die KZs und Vernichtungslager, beim Transport von Zwangsarbeiter*innen und bei der Beförderung von Soldaten und Kriegsmaterial inhaltlich thematisiert.

Gegenwartsbezug – der NSU in Chemnitz
Bei der Spurensuche soll die Gegenwart jedoch nicht aus dem Blick verloren werden. In Chemnitz radikalisierte sich der NSU und bereitete mit Unterstützung der Chemnitzer Neonazi-Szene seine Morde vor.
Darauf weisen wir hin und möchten der zehn ermordeten Menschen gedenken.
Der diesjährige Täterspurenrundgang beginnt um 15:00 Uhr vor der Sparkasse Moritzhof an der Bahnhofstrasse.

Am 5. März Täterspurenrundgang und …?
In den letzten Jahren haben wir wiederholt die revisionistischen Aufzüge von Nazis, also ihr „Opfergedenken“, behindert oder blockiert. Die dafür verantwortliche IG Stadtgeschichte ist von der Verbotsverfügung gegen die Nationalen Sozialisten Chemnitz im letzten Jahr ebenfalls betroffen. Bestehende längerfristige Anmeldungen sind damit hinfällig. Bis jetzt gibt es keine öffentliche Mobilisierung der Nazis für den 5. März.

Das bedeutet aber nicht, dass diese nicht doch noch stattfindet oder andere Formen wie Spontandemos ausprobiert werden. Tim Detzner vom Bündnis sagt dazu: „Wir werden auf kurzfristige Entwicklungen reagieren. Sollten sie demonstrieren wollen, steht für uns fest: Wir werden sie blockieren. Haltet euch den Tag frei, für den Täterspurenrundgang und für konkrete Interventionen gegen Nazis.“

Aktuelle Infos:
https://www.facebook.com/buendnis.frieden.toleranz;
http://chemnitz-nazifrei.de/

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