Pressemitteilung: Nazis in Chemnitz erfolgreich blockiert — Bündnis wertet 5.3. als Erfolg

Nach dem 5.3.2014 zieht das Bündnis Chemnitz Nazifrei positive Bilanz: Mehr als 2500 Menschen beteiligten sich an Veranstaltungen und Aktionen gegen Nazis und für Frieden und Toleranz. Von 1500 Menschen die sich dem Naziaufmarsch direkt entgegenstellten und in vier Demonstrationszügen nach Kappel zogen, gelang es 700 Menschen mit einer Blockade in der Lützowstraße den sogenannten Trauermarsch zu stoppen und zur Umkehr zu zwingen.

Damit konnte der „Trauermarsch“ der Nazis wie bereits 2013 erfolgreich verhindert werden.“ stellt Matthias Jobke vom Bündnis Chemnitz Nazifrei fest und ergänzt mit Blick auf das Vorbild der Proteste um den 13. Februar in Dresden: „Wir bedanken uns bei allen, die diesen Erfolg durch ihren Einsatz ermöglicht haben und werden so lange weitermachen bis auch der jährliche Aufmarsch von Neonazis am 5. März in Chemnitz Geschichte ist.

Die Proteste wurden jedoch durch rechte Übergriffe überschattet. Gewaltbereite Neonazis überfielen Demonstranten und verletzten mehrere leicht. „Mit diesen Aktionen haben die Teilnehmer der Nazidemo ihr wahres Gesicht gezeigt und bewiesen wovor wir seit Jahren immer wieder warnen. Auch wenn sie sich in der Öffentlichkeit immer als friedliche, disziplinierte Bürger darstellen, sind es in Wahrheit Ewiggestrige die gezielt Gewalt gegen politisch Andersdenkende einsetzen.“ so Jobke weiter.

Gleichzeitig macht das Bündnis deutlich, dass sich die Proteste nicht gegen einen „Missbrauch des Gedenkens“ richteten. „Nazis auf der Straße, die Deutschland als Opfer darstellen und das in einer Stadt, die durch NSU und ihre Naziläden bekannt ist, ist ein Skandal.“ Eine Eingemeindung in Trauerrituale lehnt das Bündnis ab. „Mit dem Täterspurenmahngang, der an die nationalsozialistischen Verbrechen in Chemnitz erinnert hat, haben wir deutlich gemacht, dass für uns nicht das Gedenken an die Bombardierung sondern das Erinnern an die Täterschaft des nationalsozialistischen Chemnitz im Mittelpunkt steht“, so der Sprecher weiter.

Besonderen Dank richtet das Bündnis an die zahlreichen Künstlerinnen und Künstler, die die unterschiedlichen Demonstrationen unterstützt haben und den Nazis keinen ruhigen Gedenkmarsch ermöglichten.

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