Eine Auseinandersetzung, alle böse?

Pro Deutschland und andere Gruppierungen aus dem Nazispektrum nehmen eine rabiate Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Ebersdorf am 25.09.2013 zum Anlass, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen (öffentliche Kundgebung am 12.10.13). Mit keinem Wort erwähnen die genannten Akteure bei ihren Veröffentlichungen, dass die Mehrheit der Bewohner nicht in den internen, bitteren Konflikt involviert war. Zusätzliche Pauschalisierungen wie „Zentrum krimineller Aktivitäten“ dienen offenbar dem Versuch, Asylbewerber ganz allgemein über einen Kamm zu scheren und diese zu kriminalisieren. Solche undifferenzierten Betrachtungsweisen sind menschenverachtend. Kein Individuum hat es verdient, für die Taten von anderen verantwortlich gemacht zu werden.
Gründe, die eigene Heimat zu verlassen, sind vielfältig. Ob Krieg, Unterdrückung, Hunger oder andere Anlässe, die Strapazen und Risiken einer Flucht nehmen sicherlich die wenigsten freiwillig auf sich. Dass viele diesen beschwerlichen Weg nicht überleben, wurde in jüngster Vergangenheit auf der Insel Lampedusa (Italien) auf besonders drastische Weise deutlich. Wie groß die Verzweiflung sein muss, die vertraute Umgebung trotzdem zu verlassen, können die meisten von uns sicherlich nur erahnen.
Das Recht auf Asyl ist unseres Erachtens elementar und wird durch die Verfassung geschützt. Ob dieses Recht im Einzelfall in Anspruch genommen werden kann oder nicht, entscheiden Gerichte nach einem entsprechenden Verfahren.
Die Vorstellung, dass Menschen, die vor Krieg geflohen sind und Familienangehörige verloren haben, bei uns mit rassistischen Ressentiments begrüßt werden, ist unerträglich. Daher müssen wir jetzt und in Zukunft für die Menschlichkeit einstehen! Den Rassisten, die Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft die Gleichwertigkeit absprechen, dürfen wir keinen freien Raum für menschenverachtende Agitation zu überlassen.

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