Auch Wolfgang Thierse unterstützt das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz

Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestags: „Wir dürfen nirgendwo in Deutschland, also auch nicht in Chemnitz, den Neonazis widerspruchslos unsere Straßen, Plätze und Häuser überlassen. Dazu verpflichtet uns unsere Geschichte und schlichter politischer Anstand!“


Barbara Ludwig: „Es geht am 5. März um ein würdiges Gedenken und es geht deshalb um ein deutliches Zeichen gegen Rechts. Die menschenverachtende Ideologie der Nazis, die unvorstellbares Grauen verursacht hat, darf nicht relativiert oder missbraucht werden. Chemnitz ist kein Ort für Nazis.“

Hartwig Albiro, Schauspieldirektor i.R.: „Als Jugendlicher habe ich die Verführung national-sozialistischer Ideologie kennen gelernt und die Anfälligkeit dafür bei mir und vielen Menschen nicht vergessen. Das Erwachen bei Kriegsende war schrecklich und ist unauslöschlich! Jahrzehnte danach benutzen Braune Rattenfänger alte Theorien, neu formuliert, um Menschen zu manipulieren. Geplanten Trauermärschen und Kundgebungen rechtsradikaler Kräfte in Chemnitz und anderswo muss man vielfältig, friedlich und zahlreich entgegentreten. Wehret den Anfängen!“

Andreas Conzendorf, Superintendent: „Ich bin kein Freund lauter Demonstrationen, denn Wahrheit und Anstand haben Geschrei nicht nötig. Schweigen ist aber auch nicht immer möglich. Unser Volk und Land hat fast 50 Jahre mit radikalen politischen Verhältnissen zu tun gehabt. Wir haben allen Grund, jede Art von Radikalismus abzulehnen. Jede radikale Gesinnung, ob politisch oder religiös, nimmt Freiheit und am Ende auch das Leben. Darum ist es richtig, wenn wir radikalen Gruppen nicht nachgeben und die Straße überlassen. – Noch wichtiger aber ist es, für junge und alte Menschen solche Perspektiven und Lebensaufgaben zu schaffen, dass sie sich nicht radikalisieren lassen.“

Justin Sonder, Verfolgter des Dritten Reiches: „So etwas wie die Nazidiktatur, faschistisches Denken und Handeln, darf nie wieder passieren, darf sich nicht wiederholen! Die Millionen Toten mahnen uns, besonders die heutige Jugend, alles, wirklich alles in unseren Kräften Stehende gegen den wiederaufkeimenden Rassismus, Antisemitismus und die Ausländerfeindlichkeit zu tun. Deshalb unterstütze ich den Aufruf u. fordere alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer auf, dies ebenfalls zu tun und am 5. März mit in die Chemnitzer Innenstadt zu kommen.“

Sabine Zimmermann, MdB: „Es ist unerträglich, wie die Nazis versuchen, alljährlich in vielen Städten Deutschlands die Geschichte für ihre Zwecke umzudeuten. Die Chemnitzerinnen und Chemnitzer, aber auch Demokratinnen und Demokraten von nah und fern dürfen den Rechtsextremen keinen Raum für ihre braune Propaganda lassen und müssen deutlich machen, dass sie damit alleine auf weiter Flur stehen.

Bereits im letzten Jahr konnte ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt werden, dass es für die Verherrlichung der NS-Zeit und der damit verbundenen Verbrechen keinen Platz in Chemnitz gibt. Ich bin zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Aufruf des Bündnisses folgen werden, so dass sich die Nazis kein Gehör für ihre Geschichtsfälscherei verschaffen können.“

Prof. Karl Clauss Dietel: „Über sechs Jahrzehnte danach habe ich den blutroten Feuerschein am Nachthimmel noch vor Augen, den ich als Kind im Heimatdorf beim Brand von Chemnitz und Dresden mit ansehen musste. Zerstörung kam ins Land zurück, aus dem sie wenige Jahre vorher mit Panzerklirren und Stuka-Geheul ausging. Wenn rechte Demagogen heute Ursache und Wirkung vergessen machen wollen, sollten aufrechte Sachsen vereint dagegen aufstehen. Wehren wir uns gegen jene, die Geschichte fälschen wollen.“

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes: „Ich unterstütze am 5. März das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz, weil ich ganz persönlich der Meinung bin, dass für radikales Gedanken-gut in Chemnitz, in Sachsen und in ganz Deutschland kein Platz sein darf.“

Ulrike Richter, stv. Vorsitzende Kulturbeirat: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen. Dass die neuen Nazis ihre menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie auch weiterhin in Chemnitz verbreiten und etablieren wollen, ist gefährlich und nicht hinnehmbar. Deshalb unterstütze ich den Aufruf. Ich fordere alle auf, sich mit uns am 5. März, in der Chemnitzer Innenstadt, friedlich zu positionieren.“

Gabi Engelhardt, Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz – Kein Platz für Nazis!: „Genauso wie am 19. Februar in Dresden werden wir uns auch in Chemnitz den Nazis friedlich entgegenstellen und nicht hinnehmen, das die Nazis ihre menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie verbreiten oder die Geschichte relativieren.“

Michael Leutert, MdB, Chemnitz: „Ich werde am 5. März dabei sein, um gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern ein Zeichen zu setzen. Auch die Chemnitzer Opfer des Luftangriffs sind Opfer des von Nazi-Deutschland begonnenen Krieges. Um so mehr müssen wir alle zusammen ein Zeichen setzen, wenn die neuen Nazis versuchen, sie für ihre verbrecherische Ideologie zu missbrauchen. In unserer Stadt darf es keinen Platz für Intoleranz, Hass und Gewalt geben.“

Monika Lazar, MdB: „Für unsere Demokratie einzustehen heißt für mich, dem Treiben rechtsextremer Kräfte nie tatenlos zuzusehen. Ich unterstütze das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz und bin selbst an diesem Tag vor Ort, weil ich nicht will, dass Nazis in der Stadt Chemnitz Raum finden. Daher möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich am 5. März dem friedlichen Protest anzuschließen. Angesichts der vorhandenen rechtsextremen Aktivitäten ist Zivilcourage sehr wichtig Zeichen gegen menschenfeindliche und undemokratische Einstellungen zu setzen ist weiterhin unerlässlich.“

Inge Heym, Dramaturgin, Berlin: „Keine Freiheit denen, die die Freiheit zerstören“

Michael Lohse, IHK-Präsident: „Als IHK-Präsident und Bürger unserer Stadt Chemnitz bin ich auch dafür, daß die braune Flut von Rechtsradikalen nichts in unserer Stadt zu suchen hat. Schon überhaupt nicht am 05.03.2011. Gern zähle ich mich mit zu den Unterzeichnern für diese Initiative.“

Liane Günther, ARMES THEATER: „Ich unterstütze das Bündnis für Frieden und Toleranz. Es ist ein Zeichen. Noch wichtiger ist es jedoch, nicht nur an diesem Tag alle demokratischen Kräfte zu mobilisieren, sondern alltäglich und in allen gesellschaftlichen Bereichen für Aufklärung zu sorgen.“

Stephan Kühn, MdB: „Den Nazi-Aufmarsch durch friedlichen Protest wie am 19. Februar in Dresden erfolgreich zu verhindern, schaffen wir auch gemeinsam am 5. März in Chemnitz! Unsere Demokratie muss geschützt werden vor den geschichtsrevisionistischen, rassistischen und menschenverachtenden Thesen der Nazis. Ich unterstütze deshalb den Aufruf des ‚Bündnis für Frieden und Toleranz — Kein Platz für Nazis‘.“

Elke Beer, Leiterin der Stadtbibliothek Chemnitz: „Wir müssen zeigen, dass Nazis mit ihrem menschenfeindlichen Gedankengut keinen Platz in unserer Mitte haben. Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas gegen die braune Gefahr bewirken. Ich rufe alle demokratischen Kräfte auf, ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen und am 66. Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz sich an den vielfältigen Aktionen für ein nazifreies Chemnitz zu beteiligen.“

Bernd Ruscher, Betriebsleiter DAStietz: „Vergessen bedeutet, der Erinnerungskultur abzuschwören und doch ist die Erinnerung nicht immer mit der historischen Wahrheit in Verbindung zu bringen. Der angekündigte rechte Aufmarsch am 5. März in unserer Stadt will uns suggerieren, dass sie gleichfalls gegen das Vergessen sind. Doch ihre Art der Erinnerung heißt ‚verdrehte Wahrheit‘ und sie ist nicht das Gegenteil von Lüge! Das Gedenken an die Opfer der Bombardierung verbietet den Missbrauch, den Ausgangspunkt von Hass und Krieg zu entstellen. Manchmal liegt die Wahrheit auf der Straße und deshalb müssen alle demokratischen Kräfte am 5. März in Chemnitz der Geschichtsverfälschung entgegentreten.“

Heike Richter-Beese, Leiterin der Volkshochschule Chemnitz: „Die Bombardierung und Zerstörung von Chemnitz ist eine Folge des Krieges, den Nazideutschland zu verantworten hat. Wir gedenken am 5. März tausender unschuldiger Opfer und der Zerstörung eines jahrhundertealten urbanen Lebensraums. Ich empfinde es als zynisch, wenn chauvinistische und rechte Gruppierungen dieses Datum für ihre Propaganda nutzen wollen. Dieser Tag gehört allen demokratisch und humanistisch gesonnenen Chemnitzern! Und Aufmärsche der Geschichtsfälscher sollten uns stets verdeutlichen, dass Menschenrechte nur dann Bestand haben, wenn wir immer wieder öffentlich für sie eintreten.“

Simone Kalew, Geschäftsführerin der GGG m.b.H.: „Wir leben im Zeitalter einer immer rasanter fortschreitenden Globalisierung. Ausländerfeindlichkeit ist eine traurige, rückwärtsgewandte Ideologie, die in der heutigen, modernen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Vielmehr sollte es um die Aufgabe gehen, ausländische Mitmenschen in unsere Kultur nachhaltig zu integrieren und uns damit Chancen für eine gemeinsame Zukunft zu eröffnen.“

Enrico Lübbe, Schauspieldirektor Chemnitz: „Es ist unglaublich und stimmt mich sehr traurig, dass es noch immer Leute gibt, die menschenverachtendes Gedankengut propagieren. Ich möchte in einer lebensfrohen, bunten, zukunftsorientierten Stadt leben — rechte Ideologen möchten genau das Gegenteil. In Chemnitz, in Sachsen, in Deutschland ist kein Platz für Nazis.“

Johannes Lichdi, MdL: „Die Chemnitzer Demonstration gegen den Naziaufmarsch im Jahre 2010 war ein grosser Erfolg. Wie zuletzt in Dresden kann es auch in Chemnitz gelingen, den Nazis die Lust an ihren Geschichtsfälschungen zu nehmen, wenn die demokratische Bürgerschaft entschlossen protestiert. Aber es gilt auch im Alltag autoritären, rassistischen und antisemitischen Tendenzen zu widersprechen und deutlich für die Werte von Freiheit und Gleichheit aller Menschen einzustehen. Auch ich werde am 5. März wieder in Chemnitz sein.“

Bernhard Hermann, Mitglied des Agenda-Beirates: „Viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer sollten sich gemeinsam, kreativ und friedlich an diesem Tag gegen den braunen Spuk stellen, denn dieser schadet durch unerträgliche Geschichtsverfälschung einem würdigen Gedenken an die Opfer des Krieges.

Wie erfolgreiche Aktionen gegen die neuen Nazis in Jena, Leipzig und nunmehr auch in Dresden zeigen, ist nicht Wegsehen ein geeignetes Rezept, sondern vielmehr entschlossenes und geschlossenes Auftreten der demokratischen Kräfte. Dies wird auch dazu beitragen, Extremismus und Gewalt an solchen Tagen einzuschränken.“

Gisela Kallenbach, MdL: „In jeder Stadt müssen demokratisch gesinnte Bürger am 5. März und immer wieder gegen die Nazis ‚Flagge zeigen‘ und auf die Straße gehen. Wenn ein breites zivilgesellschaftliches Engagement sichtbar ist, dann können diese rechtsradikalen Feinde der Demokratie gestoppt werden. Was in Leipzig geht, ist auch in Chemnitz möglich!“

Stadtforum Chemnitz: „Wir möchten uns hiermit geschlossen gegen die Installation rechter und neonatzistischer Einrichtungen in Chemnitz und generell — sowie die Instumentalisierung und den Missbrauch öffentlicher Organisationen und Veranstaltungen durch rechtspopulistischen Grupierungen aussprechen. Darüber hinaus möchten wir die Chemnitzer Bürgerschaft zur Geschlossenheit gegen diese Art ideologischer Verblendung in Besinnung auf die geschichtlichen Erfahrungen des letzten Jahrhunderts aufrufen.“

Eva Jähnigen, MdL: „Ich will in einem demokratischen und weltoffenem Sachsen leben und nicht in einer Hochburg von Rechtsextremen. Die Verteidigung der Demokratie gegen rechtsextremen Geist ist Aufgabe aller Demokraten. Deshalb unterstütze ich friedlichen zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch in Chemnitz.“

Gerd Schädlich, Chef-Trainer des Chemnitzer Fußballclubs (CFC): „Ich empfinde es im höchsten Maße enttäuschend, dass über 60 Jahre nach dem 2. Weltkrieg und dem Wissen um die damaligen, schrecklichen Geschehnisse in unserem Land immer noch rechtes Gedankengut Platz hat und findet. Für mich ist es daher eine Selbstverständlichkeit, das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz zu unterstützen. In unserer Stadt und unserem gesamten Land darf für Nazis keinerlei Platz sein. Sich dafür zu engagieren, sind alle gefordert.“

Hartmut Schill, erster Konzertmeister der Robert-Schumann-Philharmonie: „Nach allem, was dieses Land, Europa und die ganze Welt im vergangenen Jahrhundert erlebt hat und leider teilweise heute noch erleben muß, gibt es auf Aufmärsche und Versammlungen, Wahlkampf und Parolen mit eindeutig menschenverachtendem, rassistischen, rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Inhalt nur eine einzige Antwort:

Zahlreichen, friedlich zum Ausdruck gebrachten Bürgerwillen gegen diese destruktiven Tendenzen! Schaffung von Perspektiven für menschliches Miteinander in der Gesellschaft!

Immerhin haben wir alle miteinander den Ruf zu verteidigen, an der ersten uns bekannten gewaltfreien, friedlichen (R)Evolution der Menschheitsgeschichte beteiligt gewesen zu sein. Durch den Willen mündiger Bürger zu Demokratie und Freiheit wurde eine Diktatur gestürtzt und eine Mauer niedergerissen. Ich habe daher gute Hoffnung, daß wir auch mit dem aktuellen ‚Problem‘ fertigwerden!“

Klaus Gregor Eichhorn, Filmemacher und Arzt: „Nazis lösen keine Probleme — Nazis sind die schlimmste Form des Problems. Deshalb unterstütze ich den Aufruf des Bündnisses und bin am 5. März mit dabei.“

Karl Friedrich Schmerer, Geschäftsführer Heim gGmbH Chemnitz: „Ich unterstütze den Aufruf des ‚Chemnitzer Bündnisses für Frieden und Toleranz– Kein Platz für Nazis‘ gegen die NeoNazis am 5.März 2011 in Chemnitz.“

Kathinka Richter, Studentin: „Es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie in dem Land, in dem die eine gewaltfreie Revolution, ein friedlicher Übergang von einer Diktatur in eine Demokratie möglich war — wie in diesem, unserem Land Aufmärsche und Versammlungen, Wahlkampf und Parolen mit klarem menschenverachtendem, rassistischen, rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Inhalt von Gerichten genehmigt und von kommunalen und bundesweiten Ordnungsorganen beschützt werden. Friedlich zum Ausdruck gebrachter Bürgerwille gegen demokratiefeindliche Tendenzen gehört nicht mit Wasserwerfern und Tränengas bekämpft! Ich werde dabeisein, beim Protest gegen die Neonazis, am 5. März in der Chemnitzer Innenstadt und fordere alle auf sich uns anzuschließen!“

Michael J. Weichert MdL und Honorarkonsul von Bosnien und Herzegowina: „Ich möchte, dass Sachsen ein tolerantes und weltoffenes Land bleibt. Jegliche Provokationen von Seiten der rechten Kräfte müssen entschieden zurückgewiesen werden. Ich unterstütze das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz am 5. März, damit wie in Dresden ein Aufmarsch der Rechtsradikalen mit friedlichen Mitteln verhindert wird.“

DIE LINKE.Sachsen unterstützt Aufruf zur Antifaschistischen Demonstration am 5. März 2011 und das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz – Kein Platz für Nazis!

Nachdem extreme Rechte aus ganz Europa ihren sogenannten ‚Trauermarsch‘ am 19. Februar in Dresden dank antifaschistischen Protestes nicht durchführen konnten, wollen nun mehrere hundert Nazis vom Bahnhof aus durch Chemnitz marschieren. Anlass ist nicht die Reichstagswahl von 1933 mit in Chemnitz mehr als 40 Prozent für die NSDAP, sondern die Bombardierung der Stadt im Frühjahr 1945 durch alliierte Luftstreitkräfte. Sie planen deshalb einen Trauermarsch, leugnen deutsche Kriegsschuld und relativieren die Geschichte.

Jens Thöricht, Mitglied des Landesvorstandes DIE LINKE.Sachsen, erklärt hierzu:
„Der Landesvorstand der Partei DIE LINKE in Sachsen hat sein monatliches Vorstandstreffen nach Chemnitz verlegt, um am 5. März gemeinsam mit vielen Menschen auf der Straße den Protest gegen diese Geschichtsrelativierung deutlich Ausdruck zu verleihen. Weiterhin sind alle demokratischen Kräfte aufgerufen, ähnlich wie in Dresden, den Nazis entgegenzutreten und deutlichen Protest zu üben.“ Weiterhin erklärt sich Jens Thöricht solidarisch mit allen, „die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen.“

Juliane Nagel, ebenfalls Mitglied des Vorstand der LINKEN.Sachsen ergänzt:
„Es steht zu befürchten, dass die Neonazis in Chemnitz nach den Misserfolgen am 13. und 19. Februar in Dresden in großer Zahl aufmarschieren wollen. Das werden wir nicht zulassen. Wie in Dresden geht es der LINKEN dabei auch um die Auseinandersetzung mit dem inhaltlichen Hintergrund des Aufmarsches – auch in Chemnitz nehmen die Nazis die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten zum Anlass, um Geschichte zu verdrehen. Diesem Versuch, den National-sozialismus zu relativeren, erteilen wir — genau wie einer in der offiziellen Erinnerungspolitik verbreiteten Schlussstrichmentalität in Bezug auf den Nationalsozialismus — eine klare Absage.“

Hanka Kliese, MdL: „Die Versammlungsfreiheit gilt an diesem Tag nicht nur für Neonazis, sondern vor allem für Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger. Der Schutz unserer Demokratie sollte nicht allein Behörden überlassen werden, er ist in erster Linie Aufgabe der Menschen, die hier friedlich, frei von Rassismus, Diskriminierung und Menschenverachtung leben wollen.“

Michael Harbauer, Leiter Internationales Filmfestival SCHLINGEL: „Die internationale Kinder– und Jugendfilmszene ist bunt und facettenreich. Diese Vielfalt sollte auch in einer modernen Stadt wie Chemnitz zum Ausdruck kommen. Deshalb unterstütze ich das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz. Gemeinsam sollten wir nationalsozialistischen Ideen energischen entgegentreten und unsere Stadt frei von rechtem Gedankengut halten. Für menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologien ist in dieser Stadt und in diesem Land kein Platz!“

Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtrat von Chemnitz: „Gedenktage wie der 5. März in Chemnitz sind immer ein Anlass, sich in besonderer Art und Weise mit den Ursachen für Millionen Tote und im Namen des Volkes begangenen, unfassbaren Verbrechen zu befassen. Die Gegenwart zeigt jedoch, dass allein das Gedenken nicht ausreicht — nach wie vor sind antisemitische, rassistische und demokratiefeindliche Einstellungen in der Mitte unserer Gesellschaft weit verbreitet. Der dauerhaften Auseinandersetzung mit diesen Einstellungen muss unsere besondere Aufmerksamkeit gelten, denn nur so kann Rechtsextremen und Revisionisten jeglicher Spielart der Boden entzogen werden.“

Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag: „Die Umdeutung der Geschichte durch den Missbrauch des Gedenkens ist eine zentrale Strategie der Neonazis. Damit dürfen sie nicht durchkommen. Es ist gut, dass der Widerstand gegen die Nazipropaganda wächst. Es ist wichtig, dass sächsische Städte ein starkes Zeichen dagegen setzen, dass die Würde der Opfer des Luftkrieges durch rechtsextreme Vereinnahmung verletzt wird. Wir können die Nazis überall stoppen – nicht nur in Leipzig oder Dresden, sondern auch in Chemnitz. Und wir müssen darüber hinaus dafür sorgen, dass es auch keinen anderen Ort geben wird, der sich die verlogenen Inszenierungen der Nazis gefallen lässt.“

Miro Jennerjahn, MdL: „Die Auseinandersetzung mit rechtsextremer Ideologie ist, kann nicht in erster Linie juristisch geführt werden. Vielmehr sind alle Demokratinnen und Demokraten gefordert, ein deutliches Zeichen gegen rechts zu setzen. Ich freue mich, dass sich auch in Chemnitz ein breites Bündnis gefunden hat, das den braunen Ungeist nicht widerspruchslos hinnehmen will. Was andere Städte geschafft haben, schafft auch Chemnitz: Durch friedlichen Protest den Nazis die Lust am Marschieren zu nehmen.“

(Stand: 3. März 2011, 15:55 Uhr)

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